Bild - Thüringen vom 28. Juni 2001

Internet-Streit - Wem gehört Suhl?

Was haben eine Südthüringer Stadt und eine Lübecker Familie gemeinsam? Beide heißen Suhl. Und genau darum ist jetzt ein kurioser Streit entbrannt. Die Norddeutschen sicherten sich den Namen für ihre private Homepage im Internet: www.suhl.de.
Darüber sind die Stadtväter stinksauer. Sie drohen mit Klage und verlangen Schadenersatz. Der ganze Zoff - auf Seite 3.

Warum Bürger ihre Verwaltung als "Napfkuchen" verspotten

So muss Suhl um seinen Internet-Namen kämpfen

Von Annett Stiebritz
Suhl - Kurioser Streit um eine Internet-Adresse: Ex-Polizist Norbert Suhl (43) hat der Waffenstadt den Namen abgeluchst.
"Ich heiße nun mal so", schmunzelt der Mann aus Lübeck. Für www.suhl.de hat er brav 50 Mark bezahlt. Er wollte diese Adresse schon 1998. Aber frei war sie erst Anfang 2001.
Denn in Suhl hatte man doch glatt vergessen, die 50 Mark Gebühren zu überweisen.
Prompt stellte er den Antrag, bekam Suhl - und jede Menge Ärger: Briefe und Mails in feinstem Bürokratendeutsch... "Der Gebrauch eines Namens ohne Benutzungsrecht ist als Anmaßung eines Namens zu betrachten." Herr Suhl grinst: "Muss ich meinen nun ändern?"
Im Suhler Rathaus will man verhandeln - und notfalls vor Gericht ziehen. Aber einschüchtern lässt er sich nicht: "Die Stadt Kerpen hat den gleichen Prozess schon 1996 gegen eine Familie mit ihrem Namen verloren."
Im Netz erhält er jetzt Beifall. Suhler verspotten die eigene Verwaltung als "Napfkuchen" und "Schlafmützen".
Die Stadt ist inzwischen unter www.suhl.com erreichbar. Weil Herr Suhl nett ist, hat er das auf seiner Seite notiert. Aber ob es hilft? Im Test der Wirtschaftswoche landete der Suhler Internet-Auftritt unter 200 Städten auf Platz 200.

 

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