Hamburger Abendblatt vom 04. Juli 2001

In Sachen Suhl gegen Suhl
Lübecker streitet mit der thüringischen Stadt um die Internetadresse

tbf Lübeck - Was haben eine südthüringische Stadt und eine Lübecker Familie gemeinsam? Beide heißen Suhl. Genau darum entbrennt nun ein Rechtsstreit.

Der Lübecker Ex-Polizist Norbert Suhl (43) hat sich den Familiennamen für seine private Internet-Homepage www.suhl.de gesichert. Nun sind die Stadtväter von Suhl sauer, wollen den Domainnamen für ihre Stadt haben. Norbert Suhl winkt ab: "Ich wollte die Domain schon 1998 , da hatte die Stadt Suhl sie schon. Sie bezahlte aber die Gebühr nicht. So wurde der Name wieder frei." Ende vergangenen Jahres hat er ihn sich bei der Denic gesichert, die für die Registrierung von Internetadressen zuständig ist. Da wurde die Stadt sauer, schrieb ihm böse Briefe: "Der Gebrauch eines Namens ohne Benutzungsrechte ist als Anmaßung eines Namens zu betrachten." Norbert Suhl kostet das nur ein Lächeln: "Muss ich nun meinen Familiennamen ändern?"
In Suhl will man notfalls vor Gericht gehen. Suhler Bürger hingegen schicken dem Lübecker E-Mails in denen sie ihre Stadtväter Schlafmützen und Napfkuchen nennen. Inzwischen ist die Stadt Suhl unter www.suhl.com erreichbar. Norbert Suhl hat das auf seiner Homepage sogar vermerkt, weil er nett ist. Genau genommen ist es außer der Anschrift seiner Familie und einer kurzen Darstellung des Rechtsstreits bislang das Einzige was man darauf findet.
Eine Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs stützt die Position des Lübeckers. Wer zuerst eine Internet-Adresse bei der Denic anmeldet bekommt auch, befanden die Richter. Wer dann, wie die Stadt Suhl, seine Gebühren nicht zahlt, die zum Teil weniger als eine Mark pro Monat kosten, muss sich an die eigene Nase fassen.

 

Sitemap

  |  

Impressum

  |  

Links

  |  

Sitemap

  |  

Impressum

  |  

Links

  |  

Sie sind hier:  >> Informationen 

Startseite